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Die überlieferte Liturgie

Eine wichtige Grundlage unseres Engagements liegt in der Wertschätzung und Pflege der überlieferten römisch-katholischen Liturgie.
Sie wird in der Sprachgebung des Motu proprio von 2007 als „forma extraordinaria“ bezeichnet.

Dario Kardinal Castrillon Hoyosder von April 2000 bis Juli 2009 Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei war, erklärte
am 
14.6.2008 in London:
    „Lassen sie mich das ganz klar sagen:
     Der Heilige Vater Benedikt XVI. will, dass die überlieferte Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen Lebens 
     der Kirche 
wird, damit alle Gläubigen – die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut machen, und von ihrer
     spürbaren Schönheit 
und Transzendenz profitieren können.
     Der Heilige Vater will das sowohl aus pastoralen als auch aus theologischen Gründen."

Diese Liturgie hat über Jahrhunderte hinweg die gesamte Kultur des christlichen Abendlandes geprägt, und damit auf geheimnisvolle
Weise das Grundverständnis für die Unantastbarkeit des menschlichen Individuums mitbegründet. 

Aus katholischer Sicht ist der Wert bereits einer einzigen heiligen Messe unermesslich groß.

Der im Jahr 2000 seliggesprochene Benediktinerabt C.Marmion erklärt: „Die heilige Messe ist das gleiche Opfer wie jenes auf Kalvaria,
das es darstellt, fortsetzt, und dessen Früchte es uns zuwendet. Doch muss unsere Seele, um ihrer teilhaftig zu werden, in die heilige
Opfergesinnung Jesu eingehen. Wir müssen uns mit seinem heiligen Opfer vereinigen und uns mit ihm aufopfern; dann nimmt er sich
zu uns auf, opfert uns mit sich und trägt uns zum Vater empor.“

Der bekannte Kapuzinerpater Martin von Cochem (+1712 ) schreibt in seinem Werk „Erklärung des heiligen Meßopfers“:
„Jede heilige Messe gewinnt für dich einen höheren Grad der Glorie im Himmel. – Wenn du die heilige Messe andächtig mitfeierst,
erweist du dem Heiland die größte Ehre. – In der heiligen Messe leistet Christus Sühne für alle deine Fehler und Nachlässigkeiten.
Die heiligen Messen, die du andächtig mitgefeiert hast, werden in deiner Todesstunde dein größter Trost und vor dem Richterstuhl
Gottes deine beste Hilfe sein. –
Durch die Teilnahme an heiligen Messen kannst du den Seelen im Fegfeuer helfen, die Zeit ihrer Läuterung zu verringern. -
Durch jede Messe verkürzt du dein eigenes Fegfeuer. – Eine einzige heilige Messe, die du im Leben fromm mitgefeiert hast, wird dir
von größerem Nutzen sein als viele, die für dich nach dem Tod aufgeopfert werden.“

Der im Jahr 2002 heiliggesprochene Pater Pio (+1968) war überzeugt:
                                  „Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne das heilige Messopfer“

Herz_JesuDie Feier der heiligen Messe erfordert von den Gläubigen eine besondere
Wertschätzung und Hochachtung. 
Aus diesem Grund sind die Entwicklungen der letzten 40 Jahre im Umgang
mit der Liturgie differenziert zu betrachten. 

Fakt ist nämlich, dass Glaube und Ehrfurcht der Menschen gegenüber dem
„Geheimnis des Glaubens“, der
Heiligen Eucharistie, stark abgenommen
haben. Dies gilt sowohl für den Laien-, als auch für den Klerikerstand.

Auch eine heilige Messe in der aktuellen "ordentlichen Form" kann sehr wohl
würdevoll gefeiert werden.
Dennoch weist die überlieferte Form" noch "ursprünglichere" Messtexte auf,
die auch in ihrer deutschen Übersetzung als besonders schön und erhebend
bezeichnet werden können.
Die modernisierten Messtexte wirken im Vergleich dazu leider an manchen
Stellen gekürzt und abgeschwächt.

Gern wird auch argumentiert, es könne doch nicht sein, dass der Priester mit
dem Rücken zum Volk zelebriere. Doch dabei wird meistens übersehen, dass
der Priester hier zusammen mit den Gläubigen in der Ausrichtung zu Gott hin
die heilige Messe feiert.
Damit wird der Priester derjenige, der seiner Gemeinde auf dem Weg zu Gott
vorangeht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art und Weise des Kommunionempfangs.
Hier sollte die äußere Haltung der inneren entsprechen:

           „lex orandi – lex credendi“,
                   "so wie du betest, wirst du auch glauben"

Die kniend empfangene Mundkommunion führt deshalb leichter und sicherer
zu einem ehrfürchtigen Umgang mit der heiligsten Eucharistie.