Zum Nachdenken

Zum 100. Todestag der heiligen Jacinta Marto

Am 20. Februar vor 100 Jahren starb das jüngste der Seherkinder von Fatima.
Wir wollen die letzten Monate der kleinen Jacinta reflektieren, in denen sie schwerst krank war.

Etwa Mitte Oktober 1918 erkrankte der kleine Francisco zusammen mit Jacinta an der s.g. spanischen Grippe. Nach großem Leiden erlag Francisco am 4. April 1919 dieser Krankheit.
Jacintas Leidensweg ging jedoch weiter. Sie litt sehr während ihrer Krankheit. Nach einer Lungenentzündung bildete sich ein eitriger Abszess im Rippenfell, der ihr große Schmerzen bereitete.
„Du wirst in zwei Krankenhäuser kommen“ hatte Unsere Liebe Frau ihr gesagt, „nicht um geheilt zu werden, sondern um mehr zu leiden aus Liebe zu Gott und für die Bekehrung der Sünder sowie als Sühne für die Sünden gegen mein Unbeflecktes Herz…“
Anfang Juli 1919 brachte ihr Vater, Ti Marto, Jacinta in das Krankenhaus nach Vila Nova de Ourém.
Ende August, als die Behandlung keinen Erfolg gezeitigt hatte und die Kosten die Mittel der Familie Marto überstiegen, wurde beschlossen, Jacinta nach Hause zu holen.
Mitte Januar 1920 brachte ihre Mutter Olímpia Jacinta nach Lissabon in ein Waisenhaus. Es war ein Waisenhaus, das beauftragt war, die Vorbereitungen zur Aufnahme in das D. Estefánia Krankenhaus zu treffen.
Jacinta fühlte sich in dem Waisenhaus sofort zu Hause.
Mutter Godinho, die Leiterin, berichtete: Mir wurde schon bald klar, daß ein kleiner Engel in unser Haus gekommen war. Schon lange hatte ich den Wunsch gehegt, die privilegierten Kinder von Fatima zu sehen, aber nie hätte ich geglaubt, das Glück zu haben, eines dieser Kinder unter meinem Dach zu beherbergen…

Während ihres Aufenthaltes in unserem Haus muss sie mehr als einmal den Besuch Unserer Lieben Frau gehabt haben…

Dass diese Visionen nicht einfach Halluzinationen waren, beweist die Tatsache, dass Jacinta bei ihren Unterhaltungen eine Weisheit an den Tag legte, die man von einem unwissenden Kind im Alter von 10 Jahren, das nur die elementarste religiöse Unterweisung genossen hatte, niemals erwarten konnte, es sei denn, diese Weisheit wurde ihm direkt vermittelt.

Nehmen wir als Beispiele die folgenden Sätze, welche Mutter Godinho sorgfältig aufgeschrieben hatte und sie in ihre eigenen Worte kleidete:
Über die Sünde:
„Die Sünden, durch welche die meisten Seelen in die Hölle kommen, sind die Sünden des Fleisches.“
„Gewisse Moden werden Unseren Herrn sehr beleidigen. Menschen, die Gott folgen, sollen diesen Moden nicht folgen. Bei der Kirche gibt es keine Mode. Unser Herr ist immer derselbe.“
„Die Sünden in der Welt sind sehr groß.“
„Wenn die Menschen wüssten, was Ewigkeit ist, würden sie alles tun, um ihr Leben zu ändern.“
„Menschen gehen verloren, weil sie nicht an den Tod Unseres Herrn denken und keine Buße tun.“
„Viele Ehen sind nicht von Gott und gefallen Unserem Herrn nicht.“ …

Über Priester und Regierende:
„Man muss viel beten für die Sünder, die Priester und Ordensleute. Priester sollten sich nur mit kirchlichen Dingen befassen.“
„Priester müssen sehr rein leben.“
„Ungehorsam von Priestern und Ordensleuten ihren Oberen gegenüber missfällt Unserem Herrn sehr.“
„Mutter, beten Sie für die Regierenden.“
„Der Himmel möge jenen vergeben, welche die Kirche Christi verfolgen.“
„Wenn die Regierung die Kirche in Frieden lässt und der Religion Freiheit gewährt, wird sie Gottes Segen erfahren.“

Über die christlichen Tugenden:
„Mutter, fliehen Sie Reichtum und Luxus.“
„Lieben Sie die Armut und die Stille.“
„Seien Sie gut, auch zu schlechten Menschen.“ …
„Abtötung und Opfer bereiten Unserem Herrn Freude.“
„Die Beichte ist ein Sakrament der Barmherzigkeit und wir müssen mit Freude und Vertrauen beichten. Ohne Beichte gibt es keine Rettung.“ …

Unsere Liebe Frau lehrte Jacinta nicht nur die Maximen der Weisheit, sondern offenbarte ihr auch manchmal die Zukunft. Eines Tages fragte Mutter Godinho Olímpia, die gekommen war, ihre Tochter zu besuchen, ob sie es nicht gerne sähe, wenn ihre Töchter Florinda und Teresa ins Kloster eintreten würden. „Um Gottes Willen nein!“ rief die gute Frau spontan aus. Kurz darauf sagte Jacinta, welche die Unterhaltung nicht gehört hatte, sehr ernst zu Mutter Godinho: „Unsere Liebe Frau möchte, dass meine Schwestern ins Kloster eintreten, aber da meine Mutter das nicht will, wird sie die beiden in Kürze in den Himmel holen.“
Und so geschah es. Kurz nach Jacintas Tod starben auch Florinda im Alter von 17 Jahren und Teresa mit 16 Jahren.
Einmal hörte sie eine hervorragende Predigt eines Priesters, der in jeder Beziehung als beispielhaft galt. Jacinta jedoch drückte Mutter Godinho gegenüber ihr Missfallen mit folgenden Worten aus: „Mit diesem Priester wird es ein böses Ende nehmen, obgleich Sie das jetzt noch nicht glauben.“
Sie hatte recht. Kurz danach legte der unglückliche Mann sein Priesteramt nieder und lebte in offenem Skandal.

Am 2. Februar 1920 wurde Jacinta im D. Estefánia Krankenhaus untergebracht.
Unsere Liebe Frau vergaß sie nicht, sie erschien ihr gelegentlich, wie Jacinta Mutter Godinho anvertraute: „Jetzt geht es mir besser, Unsere Liebe Frau sagte, dass sie mich bald holen werde und dass sie die Schmerzen von mir nähme.“
Der 20. Februar 1920 (es war der Freitag vor Aschermittwoch) war der Tag, an dem Unsere Liebe Frau ihr Versprechen einlöste und Jacinta heimholte.

„Ich werde nach Fatima zurückkehren, aber erst nach meinem Tode“, hatte Jacinta in den letzten Tagen im Krankenhaus in Lissabon Mutter Godinho anvertraut. Die Voraussage erfüllte sich am 12. September 1935 als der Bischof von Leiria verfügte, die sterblichen Überreste der kleinen Seherin auf dem Friedhof von Fatima in einem neuen, speziell für sie und Francisco, angelegten Grab beizusetzen.

Bevor man den Sarg abtransportierte, wurde er geöffnet, und zum Erstaunen der Umstehenden war Jacintas Gesicht vollkommen erhalten. Unsere Liebe Frau hatte die Verwesung dieses unschuldigen Körpers nicht zugelassen, der durch ein Leben der Liebe und der Buße geläutert worden war.

(Quelle: „Fatima von Anfang an“ von J. de Marchi, I.M.C.)

 

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