
Zum Nachdenken
Was man jeden Tag tun sollte
Ein Abt fragte eines Abends seinen Mitbruder: „Was hast Du heute gemacht?“
Dieser antwortete mit einem Seufzen: „O, ich habe jeden Tag so viel zu tun, daß ich ohne die Hilfe Gottes gar nicht fertig werden könnte. Heute habe ich zwei Falken gezähmt, damit sie mir nicht entfliegen, sondern gehorchen. Ich habe eine Herde Schweine gehütet, damit sie nicht in den Morast gerät. Ich habe darüber gewacht, daß eine Schlange in ihrem Loch bleibt und niemanden beißt. Ich habe einen Esel zur Arbeit angetrieben und einen Löwen gebändigt, von dem man nie weiß, wann er jemanden zerreißen wird.“
Voller Verwunderung unterbrach ihn der Abt: „Wovon sprichst Du? Solche Tiere gibt es doch gar nicht in unserem Kloster!“
Sein Mitbruder erklärte ihm: „Die Wahrheit ist leider, daß wir sie doch haben. Die beiden Falken sind meine Augen, die ich dauernd davor bewahren muß, etwas Böses oder Sündiges zu betrachten – etwas, das nicht gut ist. Die Schweine sind meine Gedanken, die dauernd Gefahr laufen, sich in den Schmutz zu verirren. Die Schlange ist meine Zunge, die oftmals aus ihrem Mund heraus will, um andere boshaft zu stechen. Der Esel ist meine Trägheit und der Löwe schließlich ist mein Zorn, den ich bändigen muß.“
Wenn wir dem Beispiel des Mönchs folgen, verändern wir uns Schritt für Schritt und werden wahre Kinder Gottes.